Kirchengemeinde Altenglan

Zur Kirchengemeinde Altenglan gehören neben Altenglan selbst die Filialorte Bedesbach, Patersbach und Friedelhausen.  Nun einiges zur Geschichte der Kirchengemeinde Altenglan.

Herzdrigger Brunnen
Herzdrigger Brunnen

Die Informationen über die Frühzeit der Kirchengemeinde sind spärlich. Im Jahr 1152 erhalten wir aus einer Urkunde zum ersten Mal einen Hinweis über das Bestehen einer Kirche in Altenglan. Die Urkunde weist gleichzeitig zurück auf Urkunden aus der Karolingerzeit und der Zeit der Ottonen. Sie gibt so zu erkennen, dass auch im 9. Jahrhundert schon eine Kirche in Altenglan bestand. Innerhalb der Diözese Mainz bildete das mittlere und obere Glantal eine größere Verwaltungseinheit, ein sogenanntes Landkapitel. Zumindest zeitweise war Altenglan der Sitz eines solchen ausgedehnten Zusammenschlusses von Pfarreien, der Kuralkapitel Glan oder Stuhl Glan oder auch Glaner Konvent genannt wurde. Dieser Zusammenschluss umfasste ein Gebiet zwischen Ramstein, Waldmohr und Meisenheim. Pfarrer, die einem solchen Landkapitel vorstanden wurden Erzpriester genannt. Aus dem Jahr 1290 erfahren wir erstmals den Namen eines Pfarrers von Altenglan. Damals musste der Pfarrer Nikolaus von Altenglan zusammen mit anderen Pfarrern eine eidliche Aussage über die Steuerbefreiung des Klosters auf dem Remigiusberg machen. Und am 16. März 1518 erhielt Priester Lorenz von Altenglan die Pfarrstelle in Quirnbach; am 24. März wurde er in sein Amt eingeführt. Kurz nach 1520 wurde in Kusel die Reformation eingeführt.

Bedeutsam für die Gemeinde war Nikolaus Diepurg, der in Leipzig Theologie studierte und 1537 als Pfarrer nach Altenglan kam. Er war zweimal verheiratet und hatte insgesamt 16 Kinder. Von den Söhnen blieben allerdings nur zwei am Leben. Nikolaus Diepurg wurde 1504 geboren als Sohn des letzten Erzpriesters des Glaner Stuhls in Glan-Münchweiler. Ein Pfarrer mit gleichem Namen, der in Hinzweiler und in Sankt Julian im Amt war, wird wohl sein Bruder gewesen sein. Pfarrer Diepurg starb 1587 im Alter von 83 Jahren. Mitten in der Reformationszeit wurde Nikolaus Diepurg in Altenglan als Pfarrer eingestellt. Herren der Kirche waren nun die Fürsten von Zweibrücken selbst, und sie waren bemüht, dafür zu sorgen, daß im kirchlichen Bereich keine Mißstände auftraten. Daher kam es in regelmäßigen Abständen zu sehr strengen Kirchenvisitationen, in denen genau überprüft wurde, ob die Pfarrer ihre Pflichten getreu erfüllten, ob bereits Schulen eingerichtet waren und wie der Schulunterricht dann funktionierte, ob die Mitglieder der Kirchengemeinde auch regelmäßig den Gottesdienst besuchten und einen Lebenswan­del nach dem Vorbild Christi führten. Die erste große Kirchenvisitation des Amtes Lichtenberg erfolgte im Jahre 1538, also in dem ersten Jahr der Amtstätigkeit unseres Pfarrers Nikolaus Diepurg. Aus dieser Kirchenvisitation von 1538 wurde uns ein erster Bericht über Pfarrer Diepurg überliefert.

"Auf Montag den 1. Juli erschienen zu Lichtenberg von Alten Glan der Pfarrer Nikolaus Dippurg, nebst Männem von Padderßbach, Glan, Fridelhaussen, Bechtelßbach. Er hielt auch sonntags zwo, in der Woche eine Predigt; hat die Straßburger Form zu taufen; vom Nachtmahl lehrt er nach der Fürsten Bekantniß, sowohl dieser als auch der obige (der Pfarrer aus Kusel) konnte wegen kleiner Einnahm keine bücher kaufen. Sie baten also, man möchte nach Kirchengefällen kaufen, die dann blieben. Daß der pfarrer noch sehr jung sey, sagen die Männer, und hoffen, er werde sich noch bessern, hat übrigens ein sehr gut Zeugniß. Sein Vorfahr ließ es zu viel gehen, wie es wollte. Bei dem vorigen Pfarrherrn waren Reben und Güter da, die bei ihnen abkommen sind. Sie glauben, jeder würde dem Pfarrer jahrlich einen Tag helfen bauen. Die Män­ner geben sich nicht als Uffseher aus, wissen auch niemand dazu vorzuschlagen, überlassen es dem Landschreiber".

Wiewohl die Pfalzgrafen für Ordnung im Bereich der Kirche sorgen wollten, bietet dieser Bericht eigentlich ein recht trostloses Bild. Dem Pfarrer steht so wenig Geld zur Verfügung, daß er sich keine Bücher kaufen kann, und die Bücher sollen dann von der Kirchengemeinde selbst gekauft wer­den. Die Gemeinde ist sicher mit dem jungen Mann nicht recht zufrieden. Ob er sich später wirklich nach Auffassung der Gemeindemitglieder gebes­sert hat? Der Vorgänger hatte offensichtlich schon resigniert oder sich dem Willen der Gemeinde angepasst. Offensichtlich war ein Pfarrer, der es gehen ließ wie es wollte, der Gemeinde nicht ganz unrecht. Und in der Gemeinde selbst bestand wahr­scheinlich kein großes Interesse daran, mitzuhelfen, Kirche und Pfarrhaus in gutem Zustand zu erhalten.

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